Seit ein paar Jahren lasse ich meinen eigenen Vitamin-D-Spiegel regelmäßig in der Apotheke messen. Kein Zufall, sondern Gewohnheit geworden, weil ich einmal gemerkt habe, wie sehr sich ein niedriger Wert auf meine Energie auswirkt. Meine Kinder bekommen Vitamin D seit dem Babyalter in Tropfenform, ganz selbstverständlich, so wie andere Familien morgens die Zähne putzen. Trotzdem war ich überrascht, wie viele Fragen mir dazu von anderen Eltern gestellt werden: Wie viel ist eigentlich richtig? Bis wann? Und was ist mit diesem K2, von dem plötzlich überall die Rede ist?
Genau diese Fragen klären wir heute, mit Blick auf das, was aktuell wirklich empfohlen wird, und warum.
Warum Vitamin D für Babys und Kleinkinder so wichtig ist
Vitamin D ist im Grunde gar kein klassisches Vitamin. Während der Körper die meisten Vitamine nicht selbst herstellen kann und wir sie über die Nahrung aufnehmen müssen, funktioniert Vitamin D anders: Über UV-B-Strahlung auf der Haut kann der Körper es aus einer Cholesterin-Vorstufe selbst bilden. Deshalb spricht man auch von einem Hormon statt einem klassischen Vitamin.
Für Babys und Kleinkinder ist das aus zwei Gründen kompliziert. Zum einen sollen Säuglinge im ersten Lebensjahr gar nicht direkter Sonne ausgesetzt werden, die körpereigene Bildung fällt also weitgehend weg. Zum anderen ist Vitamin D für den Knochenaufbau in der Wachstumsphase besonders wichtig, ein Mangel begünstigt in schweren Fällen Rachitis, eine Erkrankung, die durch gestörte Kalzium- und Phosphateinlagerung zu weichen, verformbaren Knochen führt.
Vitamin D reguliert außerdem, vereinfacht gesagt, wie der Körper Kalzium aus der Nahrung aufnimmt und in die Knochen einbaut. Ohne ausreichend Vitamin D nützt auch die beste kalziumreiche Ernährung wenig, weil der Körper das Kalzium schlicht nicht richtig verwerten kann.
Kurz gesagt: Vitamin D ist die Voraussetzung dafür, dass Kalzium überhaupt dort ankommt, wo es hin soll, in den wachsenden Knochen deines Kindes.
Mehr als nur Knochen: Was Vitamin D sonst noch macht
Der Knochenaufbau ist der bekannteste, aber bei Weitem nicht der einzige Bereich, in dem Vitamin D eine Rolle spielt. Die aktive Form von Vitamin D kann direkt an die DNA von Zellen binden und dort bestimmte Gene an- oder ausschalten, Forschende kennen inzwischen mehrere hundert Gene, die auf diese Weise beeinflusst werden.
Für den Alltag deines Kindes heißt das konkret: Vitamin D ist unter anderem daran beteiligt, wie Nervenzellen Signale weiterleiten, wie Muskeln sich zusammenziehen, und wie das Immunsystem zwischen harmlosen Reizen (zum Beispiel Hausstaub) und tatsächlichen Bedrohungen (zum Beispiel Krankheitserregern) unterscheidet. Ein akuter, unbehandelter Mangel zeigt sich deshalb selten nur an den Knochen, sondern kann sich auch in Form von erhöhter Infektanfälligkeit oder unspezifischer Muskelschwäche bemerkbar machen. Das ist kein Grund zur Panik, so weit kommt es bei korrekter Standardsupplementierung praktisch nie, aber es erklärt, warum die Empfehlung so konsequent eingehalten werden sollte.
Ich habe mich sehr lange und intensiv mit der Qualität von Nahrungsergänzungsmitteln beschäftigt und bin dann auf Vitasauri von edubily gestoßen! Dahinter stecken Eltern die einfach nur gesunde Kids haben wollen, die Produkte sind durchdacht und ohne unnötige oder gesundheitsschädigende Inhaltsstoffe und Preis-Leistungsmäßige einfach Top! Zu dem ist das äußere der Produkte liebevoll und kindgerecht gestaltet, da machen dann die Kinder gleich noch lieber mit 🙂 Hier also meine Herzensempfehlung: Vitamin D3 Tropfen für Babys und Kinder!* Diese wurden zusammen mit Gynäkologen und Hebammen entwickelt, sind ab der Geburt geeignet, ohne Zusatzstoffe und Allergene und einfach und sicher zu dosieren, damit seid ihr auf jeden Fall auf der sicheren Seite!
Die offizielle Empfehlung: Wie viel Vitamin D braucht mein Kind?
Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) und die Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ), die sich dieser Empfehlung ausdrücklich angeschlossen hat, empfehlen für gesunde Babys eine tägliche Vitamin-D3-Gabe von 400 bis 500 internationalen Einheiten (IE), unabhängig davon, ob dein Kind gestillt wird oder Flaschennahrung bekommt. Empfohlen wird die Gabe ganzjährig, also auch im Sommer, ab dem Ende der ersten Lebenswoche bis zum zweiten erlebten Frühsommer deines Kindes.
Diese zeitliche Grenze wirkt auf den ersten Blick etwas unpräzise, macht aber Sinn: Ab dem zweiten Frühsommer ist ein Kind in der Regel mobiler, verbringt mehr Zeit draußen und kann durch eigene Sonnenexposition einen relevanten Teil seines Vitamin-D-Bedarfs selbst decken. Wichtig zu wissen: Diese Empfehlung gilt unabhängig von Jahreszeit und Wetter. Auch im Hochsommer, wenn dein Baby ohnehin kaum direkter Sonne ausgesetzt sein sollte, bleibt die Tropfengabe bestehen.
Wichtig zur Einordnung: Die 600–800 IE sind ein Referenz-Schätzwert für den Fall, dass überhaupt keine körpereigene Bildung stattfindet, keine automatische Dosierempfehlung für jedes gesunde Kind. Bei ausreichend Zeit im Freien und ausgewogener Ernährung deckt der Körper einen relevanten Teil davon oft selbst, jedoch nicht ausreichend in unseren Breitengraden. Praktisch bedeutsam: Dieser Wert bleibt ab dem 1. Lebensjahr für alle Kindesalter bis ins Jugendalter gleich, es gibt also keine gesonderten Stufen für Kindergarten-, Grundschul- oder ältere Schulkinder. Die sichere Obergrenze liegt für Kinder von 1 bis 10 Jahren bei 50 µg (2.000 IE) täglich. Wenn du auf der ganz sicheren Seite sein möchtest, dann kann euch ein Test in der Apoteke auskunft über den aktuellen Vitamin D3 Status geben.
Warum auch im Sommer weiterhin Tropfen nötig sind
Auf den ersten Blick wirkt die ganzjährige Empfehlung widersprüchlich, im Sommer ist doch reichlich Sonne da, wieso also weiter supplementieren? Der Grund liegt in einem Dilemma, das wenige Eltern auf dem Schirm haben: Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor blockieren die körpereigene Vitamin-D-Bildung in der Haut fast vollständig, teils um bis zu 99 Prozent. Guter Sonnenschutz und ausreichende Eigenproduktion von Vitamin D schließen sich also im Alltag praktisch gegenseitig aus. Kinderhaut ist deutlich empfindlicher und dünner als Erwachsenenhaut und es ist unsere Aufgabe, einen sicheren Weg zu finden, die Haut entsprechend zu schützen und den Vitamin-D-Bedarf über die Tropfen zu decken.
Praktisch bedeutet das für den Sommeralltag:
- Viel Zeit im Schatten einplanen.
- Luftige, langärmlige Kleidung aus natürlichen Fasern wie Wolle, Seide oder Leinen bietet spürbaren UV-Schutz, ohne dass es an heißen Tagen unangenehm warm wird, gerade dünne Woll- oder Seidenstoffe sind hier angenehm zu tragen.
- Sonnenhut mit Nackenschutz für Kopf, Gesicht und Nacken.
- Mineralischer Sonnenschutz für die verbleibenden unbedeckten Hautstellen, gerade bei Kinderhaut oft die verträglichere Wahl gegenüber chemischen Filtern.
Mein Sohn kommt gut mit Sonne zurecht, er wird kaum rot in der Sonne, und auf eine Sonnencreme können wir so gut wie verzichten (außer im Urlaub, bei mehrtägiger intensiver Sonneneinstrahlung, auch über die Mittagszeit). Meine Tochter hat eine recht helle Haut, da müssen wir von Anfang an deutlich besser aufpassen. Wir bleiben viel im Schatten, meiden die Mittagszeit kombiniert mit Baden im Wasser, und tragen dünne, langärmlige Shirts und auch Sonnencreme wenn nötig. Falls du auf der Suche nach einer guten Sonnencreme bist, wir haben mit der PAEDIPROTECT Mineral Sonnencreme* und der Naïf Sonnencreme für Baby & Kind* gute Erfahrungen gemacht, beide setzen konsequent auf Zinkoxid als Hauptfilter und kommen ohne aufdringlichen Duft und schädliche Inhaltsstoffe aus.
Nun aber wieder zurück zu Vitamin D.
Sonderfall Frühchen
Frühgeborene mit einem Geburtsgewicht unter 1.500 Gramm haben einen höheren Bedarf, hier wird eine tägliche Zufuhr von 800 bis 1.000 IE empfohlen. Der Grund liegt darin, dass die Kalzium- und Vitamin-D-Speicher, die normalerweise erst in den letzten Schwangerschaftswochen angelegt werden, bei einer Frühgeburt entsprechend kleiner ausfallen. Falls dein Kind zu früh zur Welt kam, bespricht das idealerweise dein Kinderarzt oder deine Kinderärztin ohnehin engmaschig mit dir, diese Zahl dient hier nur zur Einordnung.
IE oder µg? Was auf dem Etikett wirklich steht
Ein Punkt, der bei der Umsetzung im Drogeriemarkt oder in der Apotheke für echte Verwirrung sorgt: Manche Präparate geben die Menge in internationalen Einheiten (IE) an, andere in Mikrogramm (µg), und die Zahlen sehen dadurch völlig unterschiedlich aus, obwohl am Ende dasselbe drinsteckt.
Als Faustregel: 1 µg Vitamin D3 entspricht 40 IE. Schau beim Kauf einfach genau hin, welche Einheit auf der Packung steht, und rechne im Zweifel kurz um, statt dich allein von der Zahl blenden zu lassen. Ein Präparat mit „12,5“ auf dem Etikett ist nicht automatisch schwächer als eines mit „500“, nur weil die Zahl kleiner aussieht.
Worauf du beim Kauf sonst noch achten kannst
- Reine Zusammensetzung bevorzugen: Für Babys reicht ein Präparat mit Vitamin D3 als einzigem Wirkstoff, ohne K2 und ohne unnötige Zusatzstoffe.
- Tropfen statt Kapseln: Für Babys und junge Kleinkinder sind Tropfenpräparate die praktikablere Form, Kapseln werden meist erst ab dem Schulalter relevant, wenn dein Kind sie sicher schlucken kann.
- Trägeröl im Blick behalten: Vitamin D3 ist fettlöslich und wird meist in einem Öl gelöst, häufig MCT-Öl oder Olivenöl, das ist unproblematisch, bei bekannten Unverträglichkeiten aber trotzdem einen Blick wert.
Und was ist jetzt mit Vitamin K2?
Kombipräparate mit Vitamin D3 und K2 sind in den letzten Jahren stark im Kommen, die Werbeversprechen klingen überzeugend: K2 soll dafür sorgen, dass das durch D3 besser aufgenommene Kalzium auch tatsächlich in den Knochen landet statt sich in Gefäßen abzulagern. Für Erwachsene wird das durchaus diskutiert.
Für Säuglinge empfehlen DGKJ und ÖGKJ ausdrücklich isoliertes Vitamin D3. Vitamin K2 aktiviert bestimmte Proteine (Osteocalcin, Matrix-Gla-Protein), die dabei helfen, Kalzium gezielt in die Knochen einzubauen statt in Weichteilen abzulagern, ein eigenständiger, physiologisch plausibler Mechanismus. Für die kombinierte Gabe mit D3 speziell im Säuglingsalter fehlen bislang aber ausreichende Dosisfindungs- und Sicherheitsstudien, deshalb muss K2 nicht zwingend zusammen mit D3 gegeben werden, ein reines D3-Präparat deckt die eigentliche Zielsetzung (Rachitisprophylaxe) vollständig ab.
Übrigens, ein häufiges Missverständnis: Die Vitamin-K-Gabe, die dein Baby direkt nach der Geburt bekommen hat (als Spritze oder in Tropfen-Portionen bei den U-Untersuchungen U1 bis U3 – wir haben uns bewusst für die tägliche Gabe niedriger dosierter Tropfen Zuhause entschieden), ist Vitamin K1, nicht K2. Sie dient der Vorbeugung einer Vitamin-K-Mangelblutung bei Neugeborenen und hat mit der D3+K2-Kombipräparate-Debatte nichts zu tun, außer dass beide „Vitamin K“ heißen. Zwei völlig unterschiedliche Themen, die aber leicht durcheinandergeraten.
Für dein Baby heißt das ganz praktisch: Ein reines D3-Präparat ist aktuell die von DGKJ und ÖGKJ empfohlene Wahl. Wie es bei älteren Kleinkindern jenseits des Säuglingsalters aussieht, ist eine eigene Frage, einen kurzen Überblick dazu findest du im nächsten Abschnitt, die ausführliche Version mit Studienlage und Dosierungsfragen folgt in einem eigenen Artikel.
Vitamin D3 und K2 bei älteren Kindern: ein kurzer Überblick
Für Babys ist die Sache klar: reines D3, aus den oben genannten Gründen. Sobald Kinder aus dem Säuglingsalter heraus sind, wird häufig die Frage laut, ob ein Kombipräparat mit Vitamin K2 nicht sinnvoller wäre. Ein kurzer Überblick, bevor wir das Thema in einem eigenen, ausführlichen Artikel vertiefen.
Vitamin D reguliert bekanntlich, wie viel Kalzium der Körper aus der Nahrung aufnimmt. Vitamin K2 wirkt an einer ganz anderen Stelle: Es aktiviert bestimmte Proteine (Osteocalcin und Matrix-Gla-Protein), die dabei helfen, Kalzium gezielt in die Knochen einzubauen statt in Weichteilen oder Gefäßen abzulagern. Beide Vitamine sind also an der Kalziumverwertung beteiligt, aber über zwei unterschiedliche, unabhängige Mechanismen, nicht als notwendige Schritte des jeweils anderen. Deshalb muss K2 nicht zwingend gemeinsam mit D3 gegeben werden, D3 allein erfüllt seine Funktion vollständig auch ohne K2.
Bei Erwachsenen ist die kombinierte Wirkung beider Vitamine auf Knochen- und Gefäßgesundheit bereits Gegenstand mehrerer Studien. Für Kinder und Jugendliche ist diese Datenlage deutlich jünger und kleiner, insbesondere zur richtigen Dosierung eines Kombipräparats gibt es bislang wenige belastbare Untersuchungen. Die Ernährungskommission der ÖGKJ hat sich 2020 in einer eigenen Stellungnahme genau mit diesem Thema befasst und hält fest, dass der physiologische Mechanismus einer kombinierten D3/K2-Gabe potenziell sinnvoll erscheint, für eine konkrete Dosierungsempfehlung im Kindesalter aber noch weitere, kindgerechte Studien nötig sind.
Und danach? Worauf es nach dem zweiten Frühsommer ankommt
Fachgesellschaften sehen die Studienlage für eine pauschale Weitergabe bei jedem gesunden Kind ab zwei Jahren zwar nicht als zwingend belegt an, in der Praxis gibt es aber eine ganze Reihe legitimer, häufiger Situationen, in denen eine fortgesetzte Gabe weiterhin sinnvoll ist:
- Winterhalbjahr: Von Oktober bis März ist die körpereigene Vitamin-D-Bildung an unseren Breitengraden praktisch nicht möglich, unabhängig davon, wie viel Zeit dein Kind draußen verbringt.
- Wenig Zeit im Freien: Ganztägige Betreuungseinrichtungen, viel drinnen verbrachte Zeit oder ein eher verregneter Wohnort verringern die Eigenbildung deutlich.
- Wählerisches Essverhalten: Vitamin-D-reiche Lebensmittel sind ohnehin überschaubar (fetter Seefisch, Eigelb, wenige Pilzsorten), bei mäkeligen Essern kommt über die Ernährung oft noch weniger an.
- Dunklerer Hauttyp: Mehr Melanin in der Haut bedeutet eine spürbar geringere körpereigene Vitamin-D-Bildung bei gleicher Sonnenzeit.
- Konsequenter Sonnenschutz: Wer sein Kind gut eincremt, reduziert damit gleichzeitig die Eigenbildung, siehe oben.
Praktische Tipps zur täglichen Gabe
Die Empfehlung in der Theorie zu kennen ist das eine, sie im Alltag mit einem quirligen Baby oder einem eigenwilligen Kleinkind umzusetzen, das andere. Ein paar Dinge, die sich bei uns bewährt haben:
- Fester Zeitpunkt einbauen: Gib die Tropfen jeden Tag zur gleichen Routine, zum Beispiel direkt nach dem Aufwachen oder vor der ersten Mahlzeit. Das reduziert das Risiko, es zu vergessen, ganz erheblich.
- Auf den Löffel statt direkt in den Mund: Viele Eltern berichten, dass es leichter geht, die Tropfen auf einen Löffel zu geben statt direkt in den Mund des Babys zu tropfen, gerade wenn das Baby noch keine Ahnung hat, was da kommt.
- Mit Milch oder Brei mischen: Bei älteren Babys und Kleinkindern lässt sich Vitamin D unauffällig unter den Frühstücksbrei oder in die Flasche mischen, falls die direkte Gabe zum Machtkampf wird.
- Fläschchen kühl und dunkel lagern: Die meisten Präparate sollten nicht direkter Sonne oder Wärme ausgesetzt werden, ein Küchenschrank statt der Fensterbank ist die bessere Wahl.
Muss ich auf bestimmte Anzeichen achten?
Bei korrekter, regelmäßiger Standardsupplementierung ist ein relevanter Mangel bei Babys und Kleinkindern hierzulande selten geworden, genau das ist ja der Sinn der ganzjährigen Empfehlung. Trotzdem lohnt es sich zu wissen, worauf man theoretisch achten könnte, allein schon, um unbegründete Sorgen von echtem Handlungsbedarf unterscheiden zu können.
Ein ausgeprägter, unbehandelter Mangel kann sich unter anderem durch verzögerten Zahndurchbruch, auffällig späten Beginn des Laufens, eine ungewöhnlich weiche Fontanelle über das übliche Maß hinaus, oder wiederkehrende Infekte zeigen. Wichtig dabei: Jedes dieser Anzeichen hat für sich genommen viele mögliche, meist harmlose Ursachen, die nichts mit Vitamin D zu tun haben. Kinder entwickeln sich einfach unterschiedlich schnell. Es geht hier also nicht darum, bei jedem späten ersten Schritt in Sorge zu verfallen, sondern darum, bei mehreren gleichzeitig auftretenden, deutlichen Auffälligkeiten das Thema in der Kinderarztpraxis anzusprechen, statt es zu ignorieren.
Die beruhigende Nachricht bleibt: Wenn du die empfohlene tägliche Gabe einhältst, bewegst du dich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ohnehin im sicheren, gut untersuchten Bereich, ganz ohne dass du selbst auf Symptome achten oder Werte kontrollieren müsstest.
Ein kleiner, unkomplizierter Baustein im Alltag
Vitamin D wirkt im ersten Moment wie ein weiteres Thema auf der ohnehin langen Liste der Elternaufgaben, ist im Alltag aber erstaunlich unkompliziert, sobald es einmal zur Routine geworden ist. Ein Tropfen, jeden Tag, zur gleichen Uhrzeit, fertig. Bei uns gehört das mittlerweile so selbstverständlich zum Morgen dazu wie das Anziehen der Socken.
Falls dich das Thema K2 jetzt neugierig gemacht hat, keine Sorge, dazu kommt bald ein eigener, ausführlicher Artikel. Bis dahin freue ich mich, wenn du in den Kommentaren teilst, wie ihr das Thema Vitamin D bei euch handhabt.
Häufige Fragen zu Vitamin D3 bei Baby und Kleinkind
Brauchen gestillte Babys mehr Vitamin D als Flaschenkinder?
Nein. Die Empfehlung von DGKJ und ÖGKJ, 400 bis 500 IE, gilt unabhängig von der Ernährungsform. Muttermilch enthält zwar nur geringe Mengen Vitamin D, das ist aber bereits in der Empfehlung berücksichtigt, gestillte und nicht gestillte Babys bekommen die gleiche Menge supplementiert.
Was passiert, wenn ich eine Dosis vergesse?
Keine Panik. Eine einzelne vergessene Dosis wirkt sich nicht messbar auf den Vitamin-D-Status deines Kindes aus, der baut sich über Wochen und Monate auf und ab. Gib am nächsten Tag einfach die normale Dosis weiter, ohne die vergessene nachzuholen oder zu verdoppeln.
Kann ich meinem Kind auch zu viel Vitamin D geben?
Ja, das ist grundsätzlich möglich, Vitamin D ist fettlöslich und wird im Körper gespeichert, eine dauerhafte Überdosierung kann zu erhöhten Kalziumwerten im Blut führen. Bei der empfohlenen Standarddosierung von 400 bis 500 IE über ein normales Tropfenpräparat ist das Risiko bei korrekter Anwendung sehr gering. Halte dich an die Dosierempfehlung auf der Packung.
Ab wann kann ich den Vitamin-D-Wert meines Kindes messen lassen?
Eine Blutuntersuchung ist bei gesunden Kindern ohne besonderen Anlass in der Regel nicht notwendig, die Standarddosierung ist ja gerade so bemessen, dass eine Messung überflüssig wird. Bei begründetem Verdacht auf einen Mangel oder bestimmten Vorerkrankungen kann eure Kinderarztpraxis das im Einzelfall veranlassen bzw. kann man mit einem kleinen Stich in der Apotheke den Wert selber ermitteln lassen.
Reicht nicht auch einfach mehr Zeit draußen statt Tropfen?
Für Babys im ersten Lebensjahr lautet die Antwort klar nein, direkte Sonnenexposition wird in diesem Alter aus Hautschutzgründen ohnehin nicht empfohlen. Bei älteren Kleinkindern trägt Zeit im Freien tatsächlich zur körpereigenen Bildung bei, wie viel genau dabei herauskommt, hängt aber von so vielen Faktoren ab (Jahreszeit, Tageszeit, Hauttyp, bedeckte Kleidung, Sonnenschutz), dass sich daraus keine verlässliche, für jede Familie passende Regel ableiten lässt. Die durchgehende Supplementierung bis zum zweiten erlebten Frühsommer bleibt deshalb der planbare, verlässliche Weg.
Mein Kind spuckt die Tropfen ständig aus, was jetzt?
Ein sehr häufiges und meist harmloses Problem. Wenn dein Kind die Tropfen konsequent verweigert, versuch es mit einer anderen Tageszeit (viele Babys mögen es direkt nach dem Stillen oder Füttern lieber als auf nüchternen Magen), einem anderen Gefäß (Löffel statt Pipette direkt im Mund).
Muss ich die Gabe im Sommer pausieren, wenn wir viel draußen sind?
Nein, DGKJ und ÖGKJ empfehlen die ganzjährige Gabe, auch im Sommer. Babys sollten ohnehin nicht direkter Sonne ausgesetzt werden, und auch bei älteren Kleinkindern lässt sich die tatsächliche Sonnenexposition im Alltag kaum verlässlich einschätzen. Die durchgehende Gabe ist hier der sicherere, unkompliziertere Weg.
Quellen
- Greber-Platzer, S., Haiden, N., Hauer, A.C. et al. (2020): Kombinierte Vitamin-D- und Vitamin-K-Supplemente für Kinder und Jugendliche: Nutzen oder Risiko? Empfehlungen der Ernährungskommission der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ). Monatsschrift Kinderheilkunde 169, 649–653. doi.org/10.1007/s00112-020-01080-x
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Vitamin-D-Zufuhr. dge.de/wissenschaft/referenzwerte/vitamin-d
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): FAQ Vitamin D. dge.de/gesunde-ernaehrung/faq/vitamin-d
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Vitamin D – Sonne und Bewegung fördern eine gute Versorgung. bfr.bund.de
- Bundesamt für Strahlenschutz (BfS): Konsentierte Empfehlung zu UV-Strahlung und Vitamin D. bfs.de
- American Academy of Pediatrics (AAP): Vitamin D for Babies, Children & Adolescents. healthychildren.org
- Kunz, C., Zittermann, A. (2015): Vitamin D im Kindes- und Jugendalter in Deutschland. Monatsschrift Kinderheilkunde 163(8), 776–782.
- Reinehr, T., Schnabel, D., Wabitsch, M. et al. (2018): Vitamin-D-Supplementierung jenseits des zweiten Lebensjahres: Gemeinsame Stellungnahme der Ernährungskommission der DGKJ und der DGKED. Monatsschrift Kinderheilkunde 166, 814–822.
- Kinderärzte im Netz: Vitamin-D-Mangel, Rachitisprophylaxe. kinderaerzte-im-netz.de







